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Zivilisationskrankheiten?

Manche Krankheiten treten häufiger auf als andere. Studien zufolge ist das Auftreten bestimmter Krankheiten an bestimmte Gegebenheiten gebunden. Dazu gehören: Fast uneingeschränkte Versorgung mit Nahrung, ein ungesunder Lebensstil, Veränderungen der Umwelt oder medizinischer Fortschritt. Wenn eine Krankheit eine Ursache hat, die einhergeht mit zivilisatorischem Fortschritt, dann spricht man von Zivilisationskrankheiten.

Allerdings wird der Begriff in den Medien sehr unterschiedlich verwendet. Und auch Mediziner sind sich nicht darin einig, welche Krankheit nun eine Zivilisationskrankheit ist und welche nicht. Diabetes Mellitus gehört beispielsweise dazu: Die Stoffwechselkrankheit führt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Zwar wird Diabetes inzwischen mithilfe von Insulin erfolgreich behandelt, aber die Zahl von Neuerkrankungen gibt Anlass zur Sorge. Die Zahl der Neuerkrankungen – die sog. Inzidenz – ist ein gutes Maß, um Krankheiten danach einzuordnen, ob sie Zivilisationskrankheiten sind oder nicht.

Karies, Bluthochdruck, Essstörungen oder einige psychische Erkrankungen werden auch zu den Zivilisationskrankheiten gezählt. Die Ursachen können oft nicht exakt bestimmt werden, jedoch legen Vermutungen nahe, dass die Ursachen in unserem Lebensstil zu suchen sind. Beispiele dafür gibt es genug: Süßigkeiten statt Obst, Fernsehen statt Bewegung, Zigaretten und Alkohol statt frischer Luft und Fruchtschorlen. All diese Dinge und Tätigkeiten sind für uns fast selbstverständlich.

Manch einer achtet mehr auf einen gesunden Lebensstil, andere weniger. Der springende Punkt ist, dass die Schwere und die Verbreitung von sog. Zivilisationskrankheiten wesentlich eingedämmt werden könnte, wenn ein entsprechend gesunder Lebensstil gelebt werden würde. Da liegt wohl die wichtigste Erkenntnis des Begriffs ‘Zivilisationskrankheiten’: Krankheiten für deren Häufigkeit wir zu einem gewissen Teil selbst verantwortlich sind. Durch kleine Änderungen des Alltags, der Ernährung und anderen Gewohnheiten kann das Risiko grundlegend vermindert werden.

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