Die Feldenkrais Methode
Feldenkrais wird unter alternative Methoden zur “medizinischen Behandlungen” gerechnet, ist aber mehr bewusste Bewegungslehre als systematischer Therapieansatz. Feldenkrais wird in vielen verschiedenen Bereichen verwendet: Prävention und Gesundheitsvorsorge, Rehabilitation, Bewegungstherapie, Schmerztherapie und auch als ergänzende Methoden im Sport. Ursprünglich geht die Feldenkrais Methode auf den Physiker und Judolehrer Moshe Feldenkrais zurück. Sie sollte der körperlichen Aktivität und der Entspannung dienen.
Moshe Feldenkrais beschäftigte sich privat oft mit Psychologie und Neurophysiologie. Neben seiner Tätigkeit als Physiker an unterschiedlichen Instituten trainierte er über 20 Jahre lang die Kampfsportart Judo und bekam als erster Europäer 1936 den schwarzen Gürtel verliehen. Dies ist auch ein Grund, warum er angab, dass er von Kano Jigoro, dem Begrüdner des Judos, beeinflusst wurde in der Ausarbeitung seiner eigenen Bewegungslehre/therapie. Sein Buch “Body and mature behaviour” gilt als das grundlegende Werk des Feldenkrais. Die Grundannahme des Feldenkrais besteht darin, dass jeder Mensch ein persönliches Bild von sich hat, das in verschiedenen Weisen sein Handeln bestimmt.
Diese Bild – das sogenannte self image – kann geerbt, anerzogen oder selbst erzeugt sein. Wer den Wunsch hat sein eigenes Handeln in irgendeiner Weise zu verändern, der muss das Bild ändern. Die Motivation etwas zu verändern, kann durch vielfältige Faktoren bestimmt sein: Mehr Leistung im Job oder im sportlichen Bereich, schädigende Handlungen wie Rauchen verhindern oder die schlechte Körperhaltung korrigieren. Um diese Handlungsmuster zu verändern, hat Moshe Feldenkrais eine Methode entwickelt, die die Person und das Bild, das sie von sich hat, mit einer Vielzahl von Lektionen verändern soll. Im Zentrum stehen bewusste Bewegungen, die schon in der Bewegung durch Gefühl und Denken reflektiert werden sollen. Sinnesempfindungen und Wahrnehmungen des eigenen Körpers bei der Bewegung sollen so bewusst geschehen, dass die Person lernt, wie sie ihr persönliches Bild durch die Beobachtung des Selbst – oder auch die Art und Weise, wie man sich selbst betrachtet – verändern kann.
Die Feldenkrais Methode wird in verschiedenen Therapie Bereichen als Unterstützung angesehen, begreift sich aber selbst nicht als Therpie, sondern vielmehr als ganzheitliche Bewegungslehre.